[Einsteigerguide] Valheim 1.0
Valheim erschien am 9. September in der Version 1.0 und verließ damit nach über 5 Jahren den Early Access. Was aufgrund dieser Dauer als potenzielle Early-Access-Leiche hätte enden können, entpuppte sich aber als Volltreffer für den schwedischen Entwickler Iron Gate. Falls ihr diesen Anfängerguide übrigens als Video erleben möchtet, könnt ihr das auf meinem YouTube-Kanal tun:
Die Sicht eines Anfängers
Ich selber habe kaum Expertise in dem Genre der Survival-Aufbau-Spiele, dennoch hatte ich Interesse an Valheim, aufgrund seines nordischen Fantasy-Settings gepaart mit einem einzigartigen Artstyle. Doch da ich ein Anfänger bin, prallte ich ungebremst gegen die Lernkurve, die eher einer Wand glich. Aber meine Qual soll anderen Anfängern als Hilfe dienen, denn hier in diesem Artikel erkläre ich euch, worauf ihr in Valheim achten solltet, wie die Progression im Spiel funktioniert, und zusätzlich gebe ich euch einige Tipps mit an die Hand, damit der Einstieg deutlich angenehmer wird.
Als Erstes gehen wir mal die vom Spiel bereitgelegte Progression durch. Im Spiel sollt ihr Bosse erledigen, die ihr in den verschiedenen Biomen beschwören könnt. Dabei erwartet das Spiel, dass ihr alles an Charakter-Progression mitnehmt, was ihr im jeweiligen Biom finden könnt, ehe ihr euch an den jeweiligen Boss des Bioms herantraut.
Anhand des Beispiels des allerersten Bioms, in dem ihr startet, dem Grasland, bedeutet das, dass ihr die ersten Werkzeuge, Rüstungen und Waffen craftet, die euch die Ressourcen im Grasland ermöglichen.
Die jeweiligen Rezepte für die Gegenstände erhaltet ihr, sobald ihr die passenden Materialien aufsammelt. Daraus entsteht ein sehr angenehmer Kreislauf aus neuen Ressourcen und neuen Rezepten:
Aus Stöcken und Steinen macht ihr Äxte und Hämmer.
Mit den Äxten bekommt ihr mehr Holz und auch Harz.
Aus Harz macht ihr Fackeln.
Aus Holz macht ihr eine Keule für das Kämpfen.
Doch worauf sollte man vor allem am Anfang achten?
Aller Anfang ist schwer
Das Wichtigste für den Beginn ist, dass ihr beim Opferstein-Kreis den rotleuchtenden Stein anklickt, damit euch der Altar zum Beschwören des ersten Bosses direkt auf eurer Karte angezeigt wird. Wundert euch aber nicht, denn diese Schreine gibt es mehrmals in den jeweiligen Biomen. Welchen ihr am Ende aktiviert, ist dabei völlig egal.
| Ein Land voller Ressourcen! |
Direkt danach sollte eine eigene Unterkunft eure höchste Priorität sein und diese muss gar nicht groß sein:
- 4 Böden aus Holz
- 4 Wände aus Holz
- 1 Dach.
Dafür braucht ihr aber eine Werkbank. Diese stellt ihr, wie auch euren Hammer, aus Steinen und Holz her, welche ihr auf dem Boden findet. Um die Werkbank aber nutzen zu können, um weitere Werkzeuge zu bauen, muss sie in einem geschützten Raum mit einem Dach stehen.
Und hier wird es etwas tricky, denn um das Hausbauen einfacher zu gestalten, sollte der Boden so flach wie möglich sein, damit es zum einen anständig aussieht und zum anderen auch stabil bleibt. Denn Wände, Dächer und andere Bauten können bei zu großer Last einbrechen. Ein freischwebendes Dach ohne Verbindung zur Wand und dadurch zum Boden wird nach wenigen Sekunden einbrechen. Wie groß die Last ist, seht ihr, wenn ihr euren Hammer ausrüstet und euch die Wände und Co. anseht. Leuchten sie grün, ist alles tutti. Leuchten sie rot, stürzen sie gleich ein.
Aber zurück zum Boden: Für den braucht ihr eine Harke und für sie brauchen wir eine geschützte Werkbank. Unser erstes Haus wird also hässlich aussehen, aber mit der Harke können wir den Boden ebnen oder erhöhen und so unser Haus immer mehr erweitern. Im Haus sollte auch eine Feuerstelle aus Holz und Steinen stehen, um uns zu wärmen. Dadurch wird das Haus „gemütlich“. Je gemütlicher euer Haus ist, desto länger hält der „Ausgeruht“-Buff an, der eure Ausdauer-Regeneration um 100 % und eure Lebens-Regeneration um 50 % erhöht.
Die Wichtigkeit des Essens
Und wo wir schon bei eurem Leben und eurer Ausdauer sind: Anfangs ist beides extrem mickrig. Beides erhöht ihr durch das Essen, denn in Valheim bekommt ihr durchs Hungern keinen Debuff, sondern ihr bekommt durch das Essen einen Buff. Ihr werdet also nicht bestraft, nichts zu essen, sondern werdet belohnt, wenn ihr es tut. Das Essen lässt sich dabei in 3 Kategorien einteilen:
Rotes Essen, wie gekochtes Fleisch, das euch viel Leben und wenig Ausdauer gibt.
Gelbes Essen, wie Pilze, Honig und Gemüse, das euch viel Ausdauer und wenig Leben gibt.
Weißes Essen, wie Trockenfleisch und Pilze, das euch von beidem gleich viel gibt.
Wenn ihr also Kämpfe erwartet, solltet ihr vor allem Fleisch zu euch nehmen. Möchtet ihr viele Ressourcen sammeln und/oder viel sprinten, dann esst lieber Beeren und Honig. Wichtig ist dabei, dass ihr 3 Mahlzeiten gleichzeitig essen könnt und dabei frei durchmischen könnt. 2-mal Wildschweinfleisch und 1-mal Honig geht genauso gut wie 2-mal Pilze und 1-mal Beeren. Passt eure Mahlzeit also einfach an euren Bedarf an.
Aber auch wenn ihr 3-mal Fleisch vor einem Kampf gegessen habt, kann es und wird es passieren, dass ihr sterbt und dann in eurem Bett aufwacht, ohne Ausrüstung und mit verschlechterten Fähigkeiten (also baut euch auch ein Bett ins Haus.). Die Fähigkeiten verbessert ihr übrigens, wie in Elder Scrolls, indem ihr sie nutzt. Treffer mit einer Axt auf einen Gegner, verbessert euren Schaden mit Äxten. Viel Sprinten reduziert den Ausdauerverbrauch davon.
| Hier können wir unser Essen kochen und uns ausruhen! |
Ihr seid also im Kampf gefallen (oder wie ich von einem Baum erschlagen worden, den ihr gefällt habt) und wacht in eurem Bett auf. Am Ort eures Todes befindet sich nun ein Grabstein, der all eure Gegenstände bereithält. Ihr solltet also dahin zurückkehren, aber nicht ohne Vorbereitung.
Ich empfehle euch dringend, an eurem Bett eine Truhe mit Ersatz-Ausrüstung und Essen aufzubewahren, damit ihr euch buffen könnt, ehe ihr euch auf den Weg zu eurem Grabstein macht. Einige Minuten nach eurem Tod könnt ihr übrigens keine weiteren Fähigkeiten mehr durch das Sterben verlieren.
Die Gefahren der Welt
Und sterben werdet ihr oft, denn Valheim ist nicht gerade ein einfaches Spiel, aber ihr könnt euch das Spiel im Optionsmenü des Hauptmenüs einfacher machen, wenn ihr das möchtet. So könnt ihr einstellen, wie viel Schaden ihr von Gegnern bekommt und wie viel ihr austeilt, ob Gegner euch selbstständig angreifen oder nur, wenn ihr sie angegriffen habt, und ihr könnt einstellen, was ihr alles beim Ableben verliert. Ausrüstung? Alle Gegenstände? Nichts? Ihr könnt selbst entscheiden.Ihr könnt übrigens auch in oder an eurem Haus sterben, denn es gibt immer wieder Überfälle von Monstern auf euer Haus. Das wird mit einer Texteinblendung und roter Markierung auf der Karte dargestellt. Während des Überfalls werden unzählige Monster euch und euer Haus angreifen und ja: Sie können euer Haus auch einreißen, wobei das anfangs eher unwahrscheinlich ist, weil die Kreaturen eher schwach sein werden. Dennoch solltet ihr irgendwann Palisaden und andere Schutzvorrichtungen in oder um euer Haus bauen.
| Ein Überfall im Early-Game |
Ihr wisst jetzt also, was das Spiel von euch will, wie die Progression und Spielstruktur abläuft, wie ihr euch eine Unterkunft baut, die ersten Tage in Valheim überlebt und worauf ihr achten solltet, falls nicht. Ich will euch nicht alles vom Spiel spoilern, daher hielt ich mich hier kurz. Falls ihr mehr Fragen habt, sprecht mit dem Raben im Spiel, sobald er auftaucht, und stellt mir eure Fragen gerne in den Kommentaren.
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