[Review] Der 8BitDo Pro 3: Der beste Controller?
Ja, gute Controller sind ziemlich schwierig zu finden und meistens ziemlich teuer. Doch während Microsoft, Sony und Nintendo astronomische Preise für mittelmäßige Controller verlangen, die jederzeit einfach Stick-Drift haben können, gibt es Firmen wie 8BitDo, die deutlich hochwertigere, Stick-Drift-resistentere Controller mit deutlich mehr Funktionen zu einem deutlich günstigeren Preis anbieten. Und genau so einen Controller habe ich mir über Monate ausgiebig getestet. Und falls ihr diese Review gerne als Video sehen möchtet, so könnt ihr dies auf meinem YouTube-Kanal tun:
Design und Kompatibilität
Der Controller ist anfangs eine ziemliche Umgewöhnung, weil sich das Layout und die Form am SNES-Controller orientieren. Das ist eine drastische Änderung zu den normalerweise etablierten Formen von Controllern, wie wir sie vom DualSense und Xbox-Controller kennen. Trotz seines "Nintendo-Designs" können wir Pro 3 überall verwenden, wo wir wollen: entweder am PC, an der Switch, der Switch 2 oder an Android-Geräten.
Anders als bei meiner Version des Ultimate-2C-Controllers ist hier dieses Mal sogar ein Dongle dabei, damit wir eine noch bessere Verbindung zum PC herstellen können. Eine Ladestation gibt es auch, die dann ebenfalls als Dongle fungiert, sofern sie per Kabel am PC verbunden ist. Eine mehr als willkommene Abwechslung für alle, deren PC kein Bluetooth kann.
Eine weitere Funktion, die ich sehr gut finde, ist das einfache Auswechseln der Knöpfe und der Sticks. Wir können die Sticks oder die Face-Buttons (also A, B, X und Y) einfach mit einem beigefügten Magneten herausziehen und dann umstecken. So können wir zum Beispiel die B- und A-Taste auswechseln, sodass wir ein Tastenlayout wie auf der Xbox haben. Die Sticks können wir ebenfalls auseinandernehmen und dann einfach mit kleinen roten Plastikkugeln bestücken, die Arcade-Sticks nachempfunden sind, falls man das unbedingt haben möchte, zum Beispiel für Beat-'em-ups.
| Die austauschbaren Knöpfe befinden sich am Deckel der Docking-Station. |
Die Zusatztasten
So wie auch der vorherige 8BitDo-Controller, den ich benutzt habe, hat auch der Pro-Controller mehrere Zusatztasten. Zum einen natürlich die bekannten R4- und L4-Tasten, die direkt neben R1 und L1 liegen. Die kennen wir ja schon. Ganz neu für mich sind die beiden Back-Paddles, also zwei zusätzliche Tasten, die an den Zacken des Controllers zu finden sind.
Alle diese Tasten können wir mit der beigefügten beziehungsweise im Internet zu findenden Software von 8BitDo am PC einfach umprogrammieren. Wir können bis zu drei Profile in den Controller speichern und dann mit einem Knopfdruck auf die mittlere Taste zwischen den Joysticks einfach hin und her wechseln.
So können wir die Tasten so programmieren, wie wir wollen. Für Dragon's Dogma 2 habe ich zum Beispiel die eine der Tasten umgeändert, sodass ich damit eine besondere Fähigkeit aktiviere, und die andere umprogrammierte Taste macht dann einen Waffenwechsel. Man reduziert also den Tastendruck von 2 auf 1. Ein Muss ist das für Spieler aber absolut nicht.
Mein Kritikpunkt an diesen Tasten bezieht sich jedoch vor allem auf die Back-Paddles. So wie ich den Controller halte, komme ich mit den Fingern ständig daran, und der Druckpunkt ist so gering, dass ich aus Versehen diese Tasten drücke. Deswegen habe ich bislang davon abgesehen, sie irgendwie zu mappen oder umzuprogrammieren.
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| Die kaum verwendeten Back-Paddles |
Die Software und Tastenkonfiguration
Das erwähnte Umprogrammieren funktioniert dabei ziemlich einfach.
- Ihr schließt euren Controller am PC mit einem beigelegten Kabel oder einem anderen USB-C-Kabel an.
- Ihr drückt in der Software auf „Aufnahme“.
- Ihr macht die Tastenkombination, die ihr haben wollt.
- Ihr beendet dann die Aufnahme und das Mapping ist vorbei.
Ach ja, ihr könnt übrigens diese Bonustasten auch ohne Software "on-the-fly" konfigurieren. Dafür haltet ihr die Extrataste, die ihr belegen wollt, gedrückt und drückt dann die Tasten, die ihr damit mappen wollt, und dann die Sterntaste neben dem linken Stick. Das speichert dann eure Eingabe, und wenn ihr die von euch gewählte Taste drückt, werden die ausgewählten Tasten direkt hintereinander beziehungsweise gleichzeitig gedrückt.
Zusätzlich gibt es noch einige Funktionen wie zum Beispiel Dauerfeuer, falls man das möchte, sodass man den rechten Trigger nicht die ganze Zeit gedrückt halten muss.
Hinten, wo die eben erwähnten Back-Paddles PR und PL sind, gibt es oben neben den Triggern zwei Schieberegler, mit denen wir die Trigger hin und her wechseln können. Man kann zwischen "Klicken" (sobald wir sie herunterdrücken, aktivieren sie sofort die Eingabe) und dem normalen Betätigen von Triggern wechseln, wie wir es zum Beispiel vom Xbox-Controller und dem PlayStation-5-DualSense-Controller gewohnt sind.
Das ist ziemlich wichtig, weil der Ultimate 2C-Controller nur diese Klickfunktion hatte, und das ist fürchterlich, wenn man zum Beispiel Rennspiele mit dem Controller spielt. So kann man nämlich die Geschwindigkeit nicht langsam verringern oder erhöhen, sondern gibt entweder Vollgas oder überhaupt kein Gas. Für Shooter ist die Klickfunktion natürlich ein Vorteil, weil dann die Zeit, die wir zum Betätigen des Triggers benötigen, deutlich verringert wird und wir damit schneller zum Schuss kommen.
| Die nützlichen Extra-Tasten direkt neben den Schulter-Tasten |
Verbindungsmodi & Akku
Wo wir schon hinten am Controller sind, sehen wir auch mehrere Einkerbungen beziehungsweise einen weiteren Schieberegler, der fünf verschiedene Punkte anzeigt. Einmal den Wechsel zwischen Bluetooth und 2,4-G-Verbindung und dann die Buchstaben S, D und SX. Das sind verschiedene Modi für die Verbindung mit dem Controller. Das S steht für die Nintendo Switch, das D steht für D-Input (welcher vor allem für Android-Geräte, Apple-Plattformen oder ältere PC-Titel verwendet wird) und SX steht für Steam OS beziehungsweise X-Input. Letzteres ist der primäre Modus für das Spielen unter Windows mit halbwegs aktuellen Spielen.
Falls also mal etwas nicht funktioniert, wie wir es gerne hätten, können wir den Modus einfach wechseln. Das musste ich tatsächlich auch machen, weil das Erstellen von Screenshots mit dem Controller gar nicht mal so einfach ist.
Mit dem Ultimate-2C-Controller war das einfach mit einem einzigen Knopfdruck. Mit dem Pro-Controller muss ich aber zwei Tasten drücken, nämlich unter den Face-Buttons die kleine Herz- beziehungsweise Home-Taste gedrückt halten und dann R2.
Das ist gar nicht mal so komfortabel, weil man in vielen Fotomodi in Spielen mit den R2- und L2-Tasten zum Beispiel die Kamera höher und tiefer fahren lässt, was dann ein Problem ist, wenn man gerade den perfekten Shot inszeniert hat.
Das lässt sich aber sehr einfach beheben, indem man auf den Switch-Modus wechselt und den Controller von Steam als Nintendo Switch Pro-Controller erkennen lässt. Dann hat man wieder eine einfache Screenshot-Funktion.
Im Controller ist übrigens ein 1000-mAh-Akku verbaut, der laut Herstellerangaben 20 Stunden lang halten soll, bevor man den Controller aufladen muss. Den meisten Erfahrungen aus dem Internet nach ist die Akkulaufzeit aber eher bei 15 Stunden anzusiedeln. Das ist immer noch sehr viel. Vor allem, weil es jetzt viel komfortabler ist, den Controller einfach aufzuladen: entweder während des Spielens mit dem beigelegten USB-C-Kabel an der Konsole oder dem PC oder eben an der Dockingstation.
Handhabung & Preis-Leistung
Die Optik kann, wie erwähnt, ein bisschen abschreckend wirken durch dieses SNES-Design, aber nach meinen Erfahrungen liegt der Controller sehr gut in der Hand.
Er hat ein sehr schönes Gewicht. Er ist nicht wirklich schwer, sodass man nach ein paar Stunden Spielen irgendwie an den Armen oder Händen übermüdet ist.
Die Texturierung des Plastiks ist unten und hinten wieder rau, was den Grip deutlich verbessert. Im Vergleich zu dem Ultimate 2C ist mir aber aufgefallen, dass die Joysticks etwas glatter sind. Daran muss man sich auch erst einmal gewöhnen, damit man nicht abrutscht, vor allem wenn es draußen wieder 40 °C sind und man schwitzige Hände hat.
Und dann ist da natürlich noch der große Elefant im Raum, nämlich der Preis für all diese Funktionen, wie eben die Extratasten, die Back-Paddles und vor allem Stick-Drift-resistente TMR-Sticks und Hall-Effect-Trigger, was ihn langlebiger macht.
Diesen Controller bekommt man regelmäßig im Angebot für 55 €, während die UVP bei 70 € liegt. Zum Vergleich findet man den DualSense-Controller der PS5 für teilweise 85 € (oder eben für über 70 €, was dem Preis des 8BitDo-Pro3 entspricht), aber eben ohne Stick-Drift-resistente Sticks, ohne Bonustasten und in deutlich schlechterer Qualität, wie ich finde.
Das Problem ist natürlich: Von Haus aus ist der Controller nicht mit der PlayStation 5 kompatibel. Aber es gibt Adapter und Converter für die PlayStation 5, wie den Brook Wingman P5, mit dem man laut Nutzern aus Reddit den 8BitDo-Pro3 dann auch auf der Playstation 5 nutzen kann. Nur hat der Controller natürlich kein Touchpad und keine Lautsprecher verbaut.
Fazit
Wer auf dem PC einen Controller sucht, hat faktisch keinen wirklichen Grund, sich einen DualSense-Controller oder einen Xbox-Controller zuzulegen. Der 8BitDo-Pro3 macht all das, was die anderen Controller machen, nur halt besser (minus dem Touchpad der PlayStation-5-Controller und den Soundboxen, falls man das wirklich braucht).
Wer aber auf solche Funktionen verzichten kann und stattdessen lieber mehr Tasten oder einen deutlich länger haltbaren Controller für einen deutlich geringeren Preis haben möchte, der findet wahrscheinlich nichts Besseres. Und wem das doch etwas zu teuer ist, der kann bedenkenlos den Ultimate 2C-Controller kaufen, der zwar nur zwei Bonustasten hat, aber qualitativ ziemlich nah herankommt, ein etwas konventionelleres Design hat und ebenfalls Stick-Drift-resistente Sticks besitzt.
Also ja, 8BitDo beweist mal wieder, dass sie die wirklichen Könige der Controller sind, und stellen Sony, Microsoft und Nintendo beschämend in den Schatten.

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