Die typische Square Enix-Dummheit

Square Enix ist dämlich, das sage ich schon seit Jahren. Und jetzt ist es mal wieder passiert: Das dumme Square Enix hat etwas Dummes gemacht und plötzlich sind alle wieder überrascht, wie dämlich die Firma eigentlich ist.
Was Square Enix aktuell für Dummheiten angestellt hat und was sie vorher schon verbockt haben, darum soll es in diesem Artikel gehen.

Und falls ihr keine Lust habe, diesen Artikel zu lesen, könnt ihr ihn euch auch gnaz einfach auf meinem YouTube-Kanal Ansehen:


Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich ein großer Fan von Square Enix beziehungsweise von ihren Spielen bin. Kingdom Hearts ist eine meiner absoluten Lieblings-Videospielreihen, Final Fantasy 14 war eines meiner absoluten Lieblingsspiele überhaupt aber seit einiger Zeit bekomme ich ein sehr ungutes Gefühl, wenn ich sage, dass ich Square Enix mag.

Das Eidos-Montreal-Desaster & absurde Erwartungen

Fangen wir doch mal direkt mit dem aktuellsten Beispiel an. Stephane D'Astous, einer der ehemaligen Chefs von Eidos Montreal (die damals noch zu Square Enix gehörten), hat ein wenig aus dem Nähkästchen über die Arbeit unter dem Publisher geplaudert. Er erzählte, dass das Entwicklerstudio keine Service-Games hatte und dementsprechend nicht viele Einnahmen generieren konnte, wenn sie nicht gerade ein neues Spiel veröffentlichten. So weit so verständlich, ist der Entwickler vor allem für seine cineastischen Action-Adventures bekannt.

Aber während sie an einem solchen Spiel arbeiteten, was logischerweise Ressourcen frisst, kam ein Manager von Square Enix Japan und verlangte, dass sie in diesem Jahr einfach mal 69 Millionen US-Dollar Gewinn machen müssten. Was natürlich schwierig ist, wenn man kein Spiel veröffentlicht, da diese Jahre an Entwicklungszeit benötigen. Das war Square Enix aber egal. Anstatt 69 Millionen Dollar Gewinn hat Eido folglich Verlust gemacht, eben durch Investitionen in neue Games.

Gott sei Dank nicht mehr unter der Fuchtel von Square Enix!

D'Astous zählte weiter auf, dass sie sich als westlicher Entwickler bei Square Enix fremd und fast schon ungewollt vorkamen. Das Management habe sehr viele Fehler in Bezug auf westliche Studios gemacht:

  • Der Zwang zu Microtransactions: So zum Beispiel in Deus Ex: Mankind Divided, was zu Recht scharf kritisiert wurde.

  • Absurde Verkaufs-Erwartungen: Irgendwann beschloss Square Enix zum Beispiel, dass sich der erste Teil des Tomb Raider-Reboots 20 Millionen Mal verkaufen müsse. 20 Millionen! Das sind Verkäufe auf Skyrim-Level. Das ist so viel, wie sich die gesamte The Witcher-Trilogie verkauft hat. Und das sollte nun aus dem Nichts das Reboot von Tomb Raider schaffen. Das Ziel wurde natürlich nicht erreicht, weshalb das Spiel für Square Enix als finanzieller Flop galt, obwohgl es Gewinn erzielte.

Eidos Montreal wurde schlussendlich zu einem Spottpreis an die Embracer Group verkauft. Vergleicht man das mit Gearbox Software, die über ungefähr gleich viele IPs verfügen, wurde für dieses Studio deutlich, deutlich mehr bezahlt. Das verleitete Stephane D'Astous zu der Theorie, dass Square Enix vielleicht nur ihren Marktwert erhöhen wolle, indem sie unliebsame Studios abstoßen, um selbst von jemand anderem, beispielsweise Sony, aufgekauft zu werden.

Xbox-Spieler als Kunden zweiter Klasse

Aber sind wir mal ehrlich: Das ist nicht das erste Mal, dass Square Enix in Bezug auf den Westen dämlich wie sonst was agiert. Fangen wir einfach mal mit der Xbox an:

Das erste Kingdom Hearts auf der Xbox-Konsolenfamilie war Kingdom Hearts 3, das Ende einer kompletten Saga. Die anderen Teile (1.5, 2.5 und 2.8) kamen neun Monate später auf die Plattform, und zwar zum Vollpreis! Man musste auf der Xbox 110 Euro hinlegen, während einem die Spiele auf der PlayStation schon für 20 bis 30 Euro hinterhergeworfen wurden und es dort eine günstige Gesamt-Collection gab, die auf der Xbox bis heute fehlt. Merkwürdigerweise hat sich das dann auf der Xbox nicht so gut verkauft. Der Spin-off Melody of Memory wurde dort nicht einmal mehr physisch auf Disc veröffentlicht.

Kingdom Hearts auf XBOX ist selten im Angebot

Oder mein liebstes Thema im Bezug auf Sqaure Enix: Final Fantasy 14. Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Spiel. Patch 6.2 ist der Wahnsinn und ich suchte mir über Monate einen auf meiner Insel ab. Aber 2016 wurde angekündigt, dass das Spiel auf die Xbox kommen würde. Phil Spencer sagte kurz darauf, man würde alles tun, um das Spiel auf die Konsole zu bringen. Die Jahre zogen ins Land und nichts passierte. 2019 hieß es dann, man müsse sich auf das kommende Add-on Endwalker konzentrieren und es sei nicht die Zeit, über die Xbox-Version zu sprechen. Dann kam Endwalker, dann kamen weitere Inhalte, aber nichts zur Xbox-Version. Es dauerte weitere JAHRE, bis die Xbox-Version endlich veröffentlicht wurde.

Das Chaos um Final Fantasy 7 Remake und Crisis Core

Das alles ist schon mehr als genug, um die Kompetenz von Square Enix infrage zu stellen, aber das war natürlich noch nicht alles.

Vor einigen Jahren gab es das Event zum 25-jährigen Jubiläum von Final Fantasy 7. Da wurde unter anderem der zweite Teil des Remakes angekündigt. Final Fantasy 7 Remake war zu dem Zeitpunkt PlayStation- und PC-exklusiv, vor allem weil Sony die Entwicklung mitfinanziert hat.
Durch Leaks hat man jedoch erfahren, dass dieser Vertrag nur für ein Jahr galt. Nach Release kam dann Intergrade und der Vertrag wurde um ein weiteres Jahr verlängert, weil es ein neuer Release war. Dann war aber auch diese Zeitspanne vorbei und es gab lange keinerlei Infos zu einer möglichen Xbox-Version. Fragen dazu wurden systematisch abgeblockt.

Aber nicht nur das: Auf der gleichen Pressekonferenz wurde auch das Remake zu Crisis Core angekündigt, aber das kam sofort zu Release auf der Xbox heraus.
Es mag zwar nicht direkt Teil des Final-Fantasy-7-Remake-Kanons sein, aber woher soll ich das als Xbox-Spieler wissen? Ich konnte das Hauptspiel zu diesem Zeitpunkt ja nicht spielen. Wenn ich diesen Livestream sehe und im gleichen Stream das Remake-Sequel und Crisis Core angekündigt werden, steht das für mich in einer Verbindung. Da kommt man sich als Xbox-Spieler einfach dämlich vor, wenn auf einmal ein Spin-off zu einem Remake erscheint, das man gar nicht spielen kann.

Danke für nix, Square Enix

Square Enix erwartete daraufhin, dass sich die Xbox-Spieler dieses Spiel wie warme Semmeln kaufen würden. Aber das machte keinen Sinn. Und wenn Square Enix dann total überrascht davon war, dass sich das Spiel nicht verkaufte, wurde die Schuld natürlich nicht bei sich gesucht, das würde etwas mehr Hirn erfordern. Sie haben sie bei den Xbox-Spielern gesucht.

Die JRPG-Ausrede und treue Fans

Und bei Gott: Wenn ihr damals auf Twitter nach einer Xbox-Version von Final Fantasy 14 oder Final Fantasy 7 Remake gefragt habt, bekamt ihr direkt die Fan-Front an die Backe geschmiert. Dann kam irgendein Twitter-User mit Anime-Profilbild und sagte, die Xbox-Spieler wollten gar keine JRPGs.

Woher will man das wissen? Da werden dann als Beweis gefloppte Spiele herangezogen, die einfach Schmutz und schlichtweg nicht gut waren und sich deshalb nicht verkauft haben. Kingdom Hearts hat sich vermutlich auf der Xbox nicht gut verkauft, weil es zu teuer war und man vom Entwickler als Spieler zweiter Klasse angesehen wird.

Es gibt kaum detaillierte Verkaufszahlen zu JRPGs. Tales of Arise hat sich etwa zwei Millionen Mal verkauft (500.000 Mal auf PC, der Rest auf Konsolen). Selbst wenn sich ein JRPG auf der PlayStation besser verkauft, muss es sich auf der Xbox nicht automatisch schlecht verkaufen. Die Hardware-Basis der PlayStation ist mehr als doppelt so groß wie die der Xbox. Aber Square Enix wird die Fehler wieder nicht bei sich suchen und die Fans werden es einfach schlucken, wie sie es immer tun.

Fazit

Es gibt einige, die so langsam merken, dass in der Firma vieles schiefläuft. Jemand muss sie wachrütteln, das Management-Team wegwerfen und die Entwickler endlich ihre Arbeit machen lassen. Mein Fazit ist: Das Management und das Direktoren-Team von Square Enix haben die eigenen Entwickler überhaupt nicht verdient. Die Spiele sind viel zu gut für die Leute, die in den Führungspositionen sind.

Und hier der Artikel in Videoform:



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