PC wie KONSOLE? So baust du dir die perfekte Hybrid-Maschine für dein Wohnzimmer!
Wenn uns die Steam-Machine eines gezeigt hat, dann, dass Spieler immer häufiger ihren PC im Wohnzimmer nutzen. Quasi einen PC als Konsole nutzen. Und warum?
Machen wir uns nichts vor: Die Zeiten, in denen sich Konsolen stark von einem PC unterscheiden, sind vorbei. Wo früher noch absurde und einzigartige Hardware-Architektur verwendet wurde, wie der Cell-Prozessor der Playstation 3, welcher keinen direkten Zugriff auf den Speicher hatte und manuell mit Daten gefüttert werden musste, was für Entwickler ein absoluter Albtraum war, nutzen moderne Konsolen heute einfach PC-Hardware. Das hat zwar den Vorteil, dass Entwickler sich nicht mehr von Hardware-Bullshit überraschen lassen müssen, sorgt aber am Ende dafür, dass die Hardware-Sprünge in Sachen Leistung immer kleiner werden.
Falls ihr euch diesen Artikel übrigens gerne als YouTube-Video ansehen möchtet, könnt ihr das auf meinem YouTube-Kanal gerne tun:
Konsolen: Früher vs. Heute
Früher galten Konsolen noch als das Nonplusultra der Gaming-Hardware. Sie definierten, aufgrund ihres Fokus auf Games, den aktuellsten Stand der Technik und PCs hatten Mühe, dem dann zu folgen. Das war einer der Vorteile von Konsolen und heute bleibt nur noch der Vorteil des Komforts übrig.
Ich kann meine Konsole easy am TV anschließen, alles per beigefügtem Controller steuern und habe das ideale Wohnzimmer-Setup. Mir war dieser Komfort die längste Zeit auch wichtig, denn ich wollte mich nie mit all dem Gefrickel eines PCs rumschlagen. Ich will meinen PC nicht jedes Mal neu aufsetzen müssen, wenn was nicht passt. Ich will nicht ständig auf Updates warten und ich will nicht Spiele langwierig installieren müssen, um sie zu spielen. … Oh.
Ja, Konsolen sind immer mehr zum PC geworden, im Guten wie auch im Schlechten, und da besonders die aktuelle Konsolen-Generation mit der Xbox Series X und S und der Playstation 5 es geschafft hat, Hardware, die schon bei der Veröffentlichung veraltet war, Jahre später immer teurer anzubieten, bleibt oft nicht die Frage: "Warum sich überhaupt mit PCs herumschlagen?" Sondern die Frage: "Warum überhaupt noch mit Konsolen herumschlagen?" Genau deswegen bin ich vor einem Monat von Konsolen zum Gaming-PC gewechselt und bin vollends zufrieden mit meiner Entscheidung.
Kein Abwägen von Performance oder Optik, keine 30 FPS oder Ray-Tracing, sondern 60 FPS, 4K und sogar Path-Tracing. Höchste Einstellungen und Performance, für einen deutlich höheren Preis, aber dafür mit Langlebigkeit.
Doch trotz allem fehlt mir etwas, wenn ich am PC spiele. Zumindest höre ich das häufig von anderen Spielern. Es sei etwas anderes, am PC zu spielen als an der Konsole. Der Komfort fehlt und genau hier greift dieser Artikel, denn auch mit einem PC kann man ein "Konsoliges" Feeling erreichen, und ich erkläre euch, wie man das erreicht.
Bildschirm und Controller-Steuerung
Der erste Schritt für ein Konsolen-Feeling dürfte klar sein: Der PC muss an den TV angeschlossen werden. Am besten natürlich ein 4K-TV mit HDR und VRR und was auch immer. Gut, mein TV hat zwar 4K, aber nur ein mäßiges HDR und gar kein VRR, aber das soll erstmal reichen. Nutzt den TV, an den ihr euch schon gewöhnt habt.
Zum Anschließen brauchen wir einfach nur ein HDMI-Kabel. Für 4k und HDR muss es aber ein HDMI-2.1-Kabel sein, um genügend Bandbreite für HDR in dieser hohen Auflösung zu gewährleisten. Damit hat man auch die Option auf 4k in bis zu 120 FPS oder gar eine 8K-Auflösung.
Für einen 1080p-TV reicht jedes HDMI-Kabel, das ihr findet, und schämt euch nicht für eure 1080p-Auflösung, denn laut der Steam-Hardware-Survey nutzt fast jeder 2. Spieler noch immer eine Full-HD-Auflösung.
Habt ihr euren PC mit dem TV verbunden, idealerweise an dem HDMI-Ausgang eurer Grafikkarte und nicht eures Motherboards (ja, das macht einen großen Unterschied, denn falls ihr ein Motherboard mit Grafik-Chip habt, könnte es passieren, dass ihr so nur das Bild des Chips bekommt statt eurer dedizierten Grafikkarte und euer Chip wird safe die schlechtere Leistung haben), könnt ihr euren PC starten.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass ihr schon alles eingestellt habt: Also in den Anzeige-Einstellungen die höchste verfügbare Auflösung und Framerate. Das alles solltet ihr idealerweise mit Maus und Tastatur machen, aber das wird sich jetzt ändern, denn wir ändern unser Layout am PC für Controller!
Steam mit Controller steuern
| Der Steam-Big-Picture-Mode |
Wer seine Games via Controller nicht nur spielen, sondern auch starten will, kann das sehr einfach machen: Hierfür öffnen wir erst einmal Steam (und ja, das ist hier leider der Standard auf dem PC, was Launcher angeht, auch wenn es durch sein DRM alles andere als ideal ist, aber falls ihr Konsoleros seid, wie ich, die zum PC wechseln, könnt ihr alle anderen PC-Spieler dafür verantwortlich machen, dass sie Steam zum Quasi-Monopol gemacht haben).
In Steam gehen wir dann in die Einstellungen in der linken oberen Ecke, dann auf Oberfläche und aktivieren die Einstellung, um Steam immer im Big-Picture-Mode zu starten. Das ist der Anzeige-Modus extra für Controller-Steuerung.
| Wie ihr den Big-Picture-Modus in Steam automatisch öffnen könnt |
Wer seinen PC wirklich ausschließlich fürs Zocken verwenden will, kann dann auch einen Schritt weitergehen. Wir öffnen den Task-Manager, entweder mit Strg+Alt+Entf oder per Rechtsklick auf die Taskleiste, wählen dort "Autostart von Apps" aus und aktivieren Steam. So öffnet sich Steam bei jedem Start des PCs von selbst und durch die vorherige Einstellung dann auch direkt im Big-Picture-Mode. Deaktivieren wir nun noch die Pflicht, ein Passwort beim Start von Windows eingeben zu müssen, so dass wir immer sofort auf dem Desktop hochfahren, dann haben wir schon 95 % des Konsolen-Feelings erreicht.
Das Einzige, was uns am Ende fehlen wird, ist die Option, den PC per Controller hochzufahren. Dafür benötigen wir HDMI-CEC, einen Steuerungsstandard, der es uns ermöglicht, über ein einziges HDMI-Kabel verbundene Geräte (TV und PC) herstellerübergreifend gemeinsam zu bedienen. Starten wir den TV, startet sich der PC und umgekehrt. Das wird auf PC aber kaum verwendet und ist tatsächlich eines der größten Verkaufsargumente der Steam-Machine. Wer aber kein Problem hat, den PC so zu starten, wie sonst auch, der hat jetzt seinen eigenen TV-PC-Konsolen-Hybrid.
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