Dragons Dogma 2 auf PC optimieren

Ja, Dragon’s Dogma 2 ist ein ziemlich anspruchsvolles Spiel, nicht nur im Game-Design und Gameplay, sondern auch in der Technik. Da ich vor einiger Zeit von den Konsolen auf einen Gaming-PC gewechselt bin, habe ich natürlich erst dann den gesamten Umfang der technischen Unzulänglichkeiten des Spiels erkennen dürfen müssen. Und dafür ist genau dieser Artikel da: Damit ich euch einige Tipps und Tricks geben kann, wie ihr die Performance von Dragons Dogma 2 auf dem PC deutlich verbessern könnt.

Falls ihr keine Lust zum Lesen habt, könnt ihr euch auch mein dazugehöriges YouTube-Video ansehen:

Das CPU-Bottleneck

Das Erste, was wir uns bei Dragon’s Dogma ansehen müssen, ist der Grund für die mangelnde Performance. Und ja, es ist ein CPU-Bottleneck, für den die RE-Engine von Capcom zu der Zeit bekannt war. Wer also eine ziemlich potente Grafikkarte hat, aber nur eine mäßige CPU, wird hier vor allem häufiger von sogenannten Frame-Pacing-Problemen betroffen sein.
Es geht also nicht um die reine Anzahl an Frames, sondern darum, in welchen Abständen sie abgeliefert werden. Das kann zu einem Stottern in der Bildwiederholrate führen, was bei Programmen, die die FPS überwachen, gelegentlich zu angezeigten 59 oder 58 statt der eigentlichen 60 Frames führt.

Die Lösung ist eigentlich ziemlich einfach: Wir müssen die NPC-Dichte vor allem in den Städten reduzieren. Das Problem ist aber, dass das Spiel selber gar keine Einstellung dafür hat, anders als z. B. Starfield von Bethesda, was durch seine NPCs ja auch ein CPU-Bottleneck hat. Das heißt, am PC müssen wir ans Modden gehen.

Der Fluffy-Mod-Manager

Das Modden ist gar nicht mal so einfach, wenn es um Dragon’s Dogma 2 geht. Wir können Mods natürlich auf Nexus-Mods über den Vortex-Mod-Manager oder manuell installieren, aber leider braucht das Spiel noch den sogenannten Fluffy-Mod-Manager. Das ist ein zweiter Mod-Manager explizit für Spiele der RE-Engine, also für die aktuellsten Resident-Evil-Spiele oder leider auch Dragon’s Dogma 2. Diesen könnt ihr euch einfach auf den Desktop ballern, öffnet ihn und sucht dann Dragon’s Dogma im jeweiligen Installationsverzeichnis heraus.

In der aktuellsten Version vom Fluffy-Mod-Manager ist dann auch die zweite Mod installiert, die wir dringend brauchen: REFramework. Diese Mod schaltet Engine-Optionen in einem separaten Menü frei, auf die wir sonst keinen Zugriff haben. Aber die wichtigste Mod für das CPU-Bottleneck ist NPC-Limit-Control.

Eine der wichtigsten Mods für Dragons Dogma 2: REFramework

Die Erlösung: NPC-Limit-Control

Diese Mod erlaubt es uns, die Anzahl an nicht-wichtigen NPCs zu bestimmen. Das sind Charaktere, die keinen Nutzen für den Spieler haben (also keine Händler oder Questgeber sind), sondern hauptsächlich für die Atmosphäre in den Städten und Ländereien genutzt werden. Mit der Mod können wir die Anzahl um 90 % reduzieren oder um bis zu das Vierfache erhöhen, falls wir eine belebtere Welt haben wollen.

Oft bricht die Framerate in den großen Städten nämlich sehr schnell ein, eben weil so viele NPCs gerendert werden, deren Routinen, Animationen und Dialoge von der CPU gehandhabt werden müssen.
Wenn man die NPC-Anzahl dann aber mit der Voreinstellung “Performance” um 75 % reduziert, erholt sich die Framerate nach einem kurzen Neuladen oder etwas längerem Warten merkbar.
Die Einstellung dafür findet ihr im RE-Framework-Menü unter der letzten Option „Script generated UI“ und dann „NPC-Limit-Control“. Da habt ihr mehrere Voreinstellungen oder könnt es explizit nach eurem Belieben anpassen.

Das REFramework-Menü wird über die Einfg-Taste geöffnet!

Weitere Optimierungen

Eine weitere Hilfe für CPU-Bottlenecks ist die Anzahl an Frames, die generiert werden. Wenn ihr grenzenlos Frames generieren könnt (z. B. mit Nvidia Frame Generation) und einen DLSS-Modus nutzt, der die Grafikkarte entlastet, ballert die Grafikkarte deutlich mehr Frames raus. Das kann für eine Art Stau in der Bildgenerierung sorgen, weil die CPU mit der Anzahl an Bildern überfordert ist. Deswegen kann es sich lohnen, die Frames auf einen Wert wie 60 oder 120 zu reduzieren. Oft reicht es schon, die Limitierung auf das Höchstmögliche eures Bildschirms zu stellen.

Bei einem GPU-Bottleneck z. B. wegen mangelndem VRAM (bei meiner 5070 z. B. sind es nur 12 GB VRAM-Kapazität, wovon dann nur knapp 11 GB vom Spiel genutzt werden können) gibt es die Option, Texturen nicht nur in der Qualität, sondern auch in der Größe im Speicher der Grafikkarte anzupassen.
Das Spiel gibt euch in den Einstellungen glücklicherweise eine Ansicht, wie viel Gigabyte VRAM eure Settings fressen. Eine automatische Erkennung für die DLSS-Qualität verbraucht z. B. deutlich mehr VRAM als der normale Qualitätsmodus von DLSS.

Die umfangreichen Einstellungen von Dragons Dogma 2


Dafür müssen wir aber wissen, wo in unserem System das Bottleneck liegt. Ist es die CPU, die uns zurückhält, können wir Einstellungen wie den Schatten-Cache deaktivieren, falls wir eine potente Grafikkarte haben. Das sorgt dafür, dass die Grafikkarte die Schatten jedes Mal selber berechnen muss und nicht auf den Cache zurückgreift, was die Kommunikation mit der CPU verringert. Genauso können wir die Mesh-Qualität auf “Hoch” statt “Maximal” stellen, weil man da oft ohnehin keinen Unterschied bemerkt.

Process Lasso

Was mir am meisten geholfen hat, vor allem bei eingebrochener Framerate, wenn ich das Menü oder die Karte öffne und wieder schließe, war das Programm Process Lasso. Damit kann man die CPU- und GPU-Zugehörigkeit sowie die Priorität von Programmen anpassen. Es ist das Gleiche wie im Task-Manager, passiert hier aber automatisch jedes Mal, wenn sich der Prozess wieder öffnet.

Wir öffnen also Process Lasso sobald Dragons Dogma 2 läuft, suchen in der Liste der aktiven Prozesse nach der dd2.exe, machen einen Rechtsklick darauf und gehen auf CPU-Priorität → Immer und wählen Hoch. Das Gleiche machen wir mit der CPU-Zugehörigkeit und ändern hier das SMT (das Hyper-Threading unseres Prozessors), falls wir einen Prozessor haben, der besonders stark auf virtuelle Kerne ausgelegt ist, wie z. B. der Ryzen 7 5700X. Das sind Einstellungen, die man bei fast jedem Spiel anwenden kann und die in der Regel keine Nachteile mit sich bringen.

Process Lasso für das Steuern von Prozessen des PCs

Baldiger Patch

Falls ihr das Problem habt, dass die Performance an sich okay ist, aber immer nur einen Ticken schlechter ist, als ihr es gerne hättet, habe ich gute Neuigkeiten: Für Dragon’s Dogma 2 wurde ein neuer Performance-Patch für Ende August angekündigt. Dieser soll durch Optimierungen der RE-Engine (wahrscheinlich durch das aktuelle Resident Evil 9) für bessere Performance sorgen. Wie das dann mit den aktuellen Mods kollidiert, weiß ich leider nicht, aber es ist ein gutes Zeichen, dass wir bald mit einer kleinen Verbesserung rechnen können.

Und da sind wir: Das sind alle Tricks und Mods, die ich benutze, um das Spiel halbwegs lauffähig mit halbwegs stabiler Framerate zu bekommen, auch mit Raytracing und auf 4K hochskaliert. Ich hoffe, ich konnte euch hiermit ein wenig helfen.

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