[Einsteigerguide] Dragons Dogma: Dark Arisen

Spätestens mit dem neu aufflammenden Interesse an Dragon's Dogma 2 durch das anstehende Add-on „Dark Arisen“ gibt es viele Spieler, die sich dem ersten Teil zuwenden, denn nicht nur trägt das Add-on von Teil 2 den gleichen Namen wie das Add-on von Teil 1, der Director vom Add-on aus Teil 1 ist wieder der Game-Director vom Add-on aus Teil 2! Und wer sich einen Vorgeschmack auf das Talent von Kento Kinoshita geben möchte, kann dies mit dem allerersten Dragon's Dogma in der Dark-Arisen-Version tun, aber Dragon's Dogma ist alt und das bringt Probleme mit sich.

Dragon's Dogma stammt noch aus der Xbox-360- und Playstation-3-Ära und das sieht man nicht nur anhand der Optik: Man spürt es auch im Game-Design und der Struktur des Spiels.

Kein Wunder also, dass es Spieler gibt, die davon überwältigt sind und etwas mehr Führung brauchen, als es das Spiel selber bietet, und genau hier greift dieser Einsteiger-Guide. In diesem Artikel zeige ich euch:

  • Tipps für den Start des Spiels, vom Charakter-Editor und worauf ihr dort achten solltet, bis hin zu eurem Vasallen

  • Grundlegende „Regeln“ der Spielwelt

  • Wie ihr euch durch die Haupthandlung durch das gesamte Spiel führen lassen könnt.

Falls ihr diesen Artikel übrigens gerne als Video sehen möchtet, könnt ihr das auf meinem YouTube-Kanal tun:

Die Charakter-Erstellung

Wenn es um den Charakter-Editor geht, gibt es einige Details, die euch das Spiel leider nicht verrät. So hat zum Beispiel die Körpergröße eures Charakters einige Vor- und Nachteile.

  • Ein großer Charakter kann mehr Gewicht tragen, ehe er verlangsamt wird, macht größere Schritte, was ihn schneller werden lässt, und wird von Wind nicht so stark ausgebremst wie ein kleiner Charakter.
  • Ein kleiner Charakter wiederum hat kleinere Hitboxen, was es Gegnern erschwert, sie zu treffen. Und sie können durch Kobold-Tunnel kriechen, durch die große Charaktere nicht durchpassen, weswegen ihnen optionale Inhalte verwehrt bleiben. Dafür haben sie eine geringere Reichweite im Nahkampf.

Wenn ihr also einen Bogenschützen oder einen Magier spielen wollt, kann es durchaus Sinn machen, euren Charakter kleiner zu machen, um keine Inhalte zu verpassen und schwieriger zu treffen zu sein. Andererseits, und hier kommen wir zu einem großen Unterschied zu Dragon's Dogma 2, macht es fast immer Sinn, die Charakter-Klasse regelmäßig zu wechseln, denn je nachdem, welche Klasse ihr gerade spielt, erhöhen sich andere Attribute beim Aufleveln.
Ein Krieger bekommt mehr Stärke, ein Bogenschütze mehr Geschicklichkeit und ein Magier mehr Magie. Wer also zu 90 % nur einen Krieger gespielt hat und dann zum Erzmagier wechselt, der hat am Ende einen Magier mit weniger Magie, der dafür deutlich mehr Gegenstände tragen kann. Aber keine Sorge: Das Spiel ist nicht so schwer, dass ihr Min-Maxing betreiben müsst. Jedes Attribut hat Vorteile: So macht es durchaus Sinn, einen Magier mit viel Geschicklichkeit zu spielen, damit er weniger umgeworfen wird, wenn er beim Zaubern getroffen wird, und dadurch seinen Zauber abbricht.

Der Charakter-Editor von Dragons Dogma

Den Spielstart einfacher machen

Sobald ihr das anfängliche Tutorial beendet und euren Charakter erstellt habt, findet ihr euch in Kassardis wieder und hier kommen wir zu dem Teil, an dem ich euch einige Tipps für den Start des Spiels aufzeige.

Direkt außerhalb des Hauses, in dem ihr aufwacht, könnt ihr mit etwas Geschick (des Spielers, nicht des Attributs eures Charakters) eine Klippe hinunterspringen oder fallen und findet euch in einem geheimen kleinen Raum wieder, in dem 3 Schatztruhen versteckt sind, die ihr bedenkenlos plündern könnt.
Springt ihr von dort dann noch weiter unten, findet ihr ein Grab, das ihr ebenfalls looten könnt.
In den Truhen und dem Grab findet ihr oft kleine Medaillons. Diese könnt ihr in eurem Inventar aktivieren und erhöht dadurch eines eurer Attribute massiv für einen kurzen Zeitraum. Perfekt für Bossgegner oder andere schwierige Encounter.

Weiter im Dorf treffen wir die ersten Quests, die ihr auch machen solltet, denn sie geben euch nicht nur EP für eure Klasse und euren Charakter, sondern bringen euch auch die Spielstruktur bei. Eine der ersten Missionen besteht zum Beispiel darin, Blumen für Medizin außerhalb des Dorfes zu suchen. Nicht nur, dass ihr dadurch euren ersten Vasallen trefft, was euch das ganze Konzept dahinter vermittelt, ihr erfahrt auch, wie die Welt von Dragon's Dogma zum Teil funktioniert.
Ihr müsst 2 Blumen sammeln:

  1. 5 x Sonnenglanz

  2. 1 x Mondglühen

Sonnenglanz findet ihr dabei unter großen Bäumen an deren Wurzeln. Euer erster Begleiter Rook erwähnt dies auch, wenn ihr euch einem solchen Baum nähert. Mondglühen jedoch findet ihr nur bei Nacht. Das bringt euch 2 Dinge bei:

  1. Dass sich die Spielwelt je nach Tageszeit verändert

  2. Wie ihr in Gasthäusern die Tageszeit wechselt

Also auch ein verstecktes Tutorial. Und so funktioniert das gesamte Spiel: Es gibt nur wenige klassische Tutorials, die euch explizit sagen, was wie funktioniert. Das Spiel bringt euch seine Mechaniken subtiler bei.

Der geheime Raum unter dem Haus, in welchem ihr Erwacht.

Die Welt-Progression

Ein häufiges Problem für neue Spieler in Dragon's Dogma ist die Gefährlichkeit der Spielwelt. Direkt im ersten Weltabschnitt gibt es zum Beispiel eine Weggabelung, welche euch zu Banditen führt. Klingt erstmal in Ordnung, weil es auch eine Quest am Schwarzen Brett gibt, die euch bittet, Banditen zu töten. Aber vor allem zu Beginn des Spiels werden euch die Banditen lang machen.
Und hier greift ein relativ altes Game-Design-Konzept: Seid ihr zu schwach, kommt wieder, wenn ihr stärker seid.
Die Spielwelt von Dragon's Dogma ist quasi in Levelbereiche eingeteilt, doch nicht so wie in Morrowind, wo das Zentrum der Spielwelt am gefährlichsten ist. In Gransys, der Dragon's-Dogma-Spielwelt, wird alles gefährlicher, je weiter ihr euch vom Pfad der Hauptstory fortbewegt.

Zu Beginn des Spiels ist der Weg ziemlich einfach: Geht zum Encampment und dann zur Hauptstadt. Hier gibt es nur wenige Möglichkeiten, wie ihr vom vorgegebenen Pfad abweichen könnt, hauptsächlich durch den erwähnten Weg zu den Banditen. Aber die machen euch eben fertig. Was hier wie ein Tutorial-System klingt, weil sich die Spielwelt öffnet, sobald ihr in der Hauptstadt seid, zieht sich aber durch das gesamte Spiel.

Ihr wollt wissen, wo ihr relativ gefahrlos hingehen könnt, ohne direkt getötet zu werden? Die Hauptstory gibt euch den Weg vor. Schon die ersten Quests der Lindwurm-Jagd schicken euch an mehrere Orte quer durch die Spielwelt und der Weg zu diesen Orten bringt euch zum einen Erfahrung zum Aufleveln, aber auch eine Richtungsvorgabe, für welche Orte ihr vermutlich stark genug seid.
Das Erkunden wird zwar belohnt, aber auch bestraft. Geht ihr zu weit vom Pfad des Spiels weg, garantiert euch das Game-Design nicht, dass ihr für diese neuen Gebiete auch gut genug vorbereitet seid.

Daher hier mein Ratschlag für alle neuen Spieler:

Sobald ihr in Gran Soren seid, nehmt die Lindwurm-Jagd-Quests an. Arbeitet sie ab und merkt euch, falls ihr unterwegs interessante Orte seht. Probiert, ob ihr sie schafft, und wenn nicht, kommt später zurück. Alleine durch das Abschließen dieser Quests werdet ihr massig EP bekommen und dadurch stärker werden.

Ich selber bin bei meinen ersten Durchgängen nach dem Ende der ersten Lindwurm-Jagd-Quests einfach wieder zu den Orten der ersten Quests gegangen und habe geschaut, wie ich nun durch optionale Gebiete komme. Und es klappte wunderbar. Das Quest-Design von Dragon's Dogma baut auch auf dieses Design auf, weil viele Nebenquests verpassbar sind, wenn ihr nicht regelmäßig alte Orte besucht.

Die Hauptstory führt euch sicher durch die Spielwelt.

Die Sache mit den Nebenquests und der Ausrüstung

Die Hauptstory von Dragon's Dogma ist in Phasen eingeteilt, zum Beispiel:

  • Das Betreten des Encampments vor Kassardis

  • Die erste Lindwurm-Jagd-Quest

  • Treffen mit dem Herzog

  • Und so weiter …

Nebenquests tauchen in bestimmten Phasen der Mainquest auf und verschwinden nach einer Phase auch wieder. Das Problem: Das Spiel sagt euch nicht, wo ihr welche Nebenquests finden könnt. Das müsst ihr selber machen, entweder mit einem Guide oder indem ihr immer wieder nach ein paar Mainquests euren Weg zurückverfolgt und schaut, ob es neue Quests gibt.
Das bedeutet dann aber auch, nach gefühlt 2/3 des Spiels dutzende Male zurück nach Kassardis gegangen zu sein, um zu sehen, ob es wieder eine Quest mit Quina gibt. Und ja: Davon gibt es so einige.

Ach, und falls ihr euch nach guter Ausrüstung für euren Charakter sehnt: der Schmied in Gran Soren. Er erweitert sein Inventar im Verlauf des Spiels mit immer besserer Ausrüstung und ist eine der verlässlichsten Quellen für neue Waffen und Rüstungen.
Die Menge an Ausrüstung, die ihr in optionalen Gebieten findet, ist nicht zu unterschätzen. Wenn ihr aber die Ausrüstung vom Schmied kauft und verbessert, sorgt ihr dafür, immer über der Ausrüstungsanforderung des Spiels zu bleiben.
Neue Ausrüstung in optionalen Gebieten ist dann meist anfangs deutlich schwächer als eure geupdatete Ausrüstung, wird dann aber besser, sobald ihr sie auch upgradet. Zudem gibt es eine Nebenquest, durch die ihr die Waren des Schmieds dauerhaft aufbessern könnt, indem ihr ihm eine von mehreren Figuren gebt. Sorgt am besten dafür, ihm immer die goldene Figur für die beste Ausrüstung zu geben.

Ihr seht also, Dragon's Dogma ist deutlich komplexer, auch was die Spielerprogression angeht, als anfangs erwartet. Aber die goldene Regel lautet: Euer Level ist spielentscheidender als eure Ausrüstung. Mehr Level bedeuten mehr Fähigkeiten, bessere Stats und ein Charakter mit mittelmäßiger Ausrüstung und hohem Level schafft mehr als ein Charakter mit mittelmäßigem Level und guter Ausrüstung.

Und zur Not: Stellt das Spiel auf einfach. Als Spieler profitiert ihr von der Erfahrung, die ihr im Spiel erlangt. Wo sind die Schwachstellen der Bosse und Monster? Was mache ich gegen gerüstete Zyklopen? Wie bringe ich fliegende Gegner am besten zu Boden? Wo finde ich welches Material? Sich dieses Wissen im Easy-Mode anzueignen, frustfrei, und dann später im Normal-Mode zu nutzen, macht unglaublich viel Spaß und war auch der Weg, den ich bei meinen ersten Durchgängen genutzt habe.

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