Ubisoft stirbt: Warum es gut ist und warum nicht.
Ubisoft stirbt und selten hat mich der Tod einer so miserablen Firma so sehr berührt wie beim Rayman-Macher. Zum einen freut es mich, wenn die Firma stirbt. Denn nicht nur, dass sie von einem Idioten wie Yves Guillemot geführt wird, der es nicht mal mitkriegt, wenn sein angeblich guter Freund, der eine hohe Position bei Ubisoft hat, plötzlich anfängt, weibliche Mitarbeiterinnen zu misshandeln. Es gibt auch so viele Probleme in der Firmenstruktur, vor allem eben beim Führungspersonal, dass die gesamte Gesellschaft einfach davon profitieren würde, wenn Ubisoft zugrunde geht.
Und seitdem Assassin's Creed mit der Ubisoft-Formel so erfolgreich wurde, wurde auch die Identität der Far-Cry-IP einfach herausgeschnitten. Daraus wurde quasi ein Assassin's Creed mit Schusswaffen in Ego-Sicht. Ein Watch Dogs, das ursprünglich sehr viel Potenzial hatte, wurde statt zu einer Art GTA mit Hacking zu einem Assassin's Creed mit Schusswaffen in Third-Person-Sicht in einer Großstadt mit ein bisschen Hacking.
Damit fuhr der französische Videospielentwickler und Publisher eine sehr lange Zeit sehr gut, weil die Aktien immer weiter stiegen. Aber irgendwann ist auch dem letzten Spieler in der hintersten Ecke des Verstandes aufgefallen, dass sich alles irgendwie ziemlich gleich spielt und dass das irgendwann einfach langweilig ist.
Zum anderen gibt es aber auch die Vergangenheit von Ubisoft, in der der französische Entwickler und Publisher tatsächlich richtig, richtig gute Spiele veröffentlicht hat. Der einzige Grund, warum ich mich immer wieder freue, wenn es eine neue „Ubisoft Forward“ gibt, ist, dass man vielleicht wieder etwas von der vergangenen Großartigkeit des Videospielentwicklers erfährt. Aber leider kommt es wohl nicht mehr dazu.
Falls ihr euch diesen Artikel übrigens als Video ansehen möchtet, könnt ihr dies auf meinem YouTube-Kanal tun:

Mega-Flops und der Absturz der Aktie
Der Aktienkurs der Firma ist seit langem im freien Fall. Mit einem Spiel, das gefühlt Ewigkeiten in Entwicklung war, Skull and Bones, hat man einen extrem teuren Mega-Flop veröffentlicht. Das Star-Wars-Spiel Star Wars: Outlaws war ganz in Ordnung, hat aber nicht mal ansatzweise so gute Verkaufszahlen generiert, wie es sich der Publisher gewünscht hat. Und das alles bei einem Aktienkurs, der so vernichtend schlecht ist, dass man anscheinend gerade das Gefühl hat, dass selbst Vivendi, die Ubisoft mal kaufen wollten, die Finger davon lassen, als wäre es die französische oder Videospiel-Variante der Wirecard-Aktie.Das kommt natürlich auch nicht von ungefähr, denn Ubisoft ist zu einem Meme in der Videospielindustrie geworden. Wenn man ein schlecht designtes Open-World-Spiel sieht, wie zum Beispiel Horizon Zero Dawn, dann spricht man von der sogenannten „Ubisoft-Formel“:
- Du kletterst auf Türme, um die Karte freizuschalten, oder auf große Dinosaurier, die so groß sind wie Türme.
- Die Map wird freigeschaltet mit unzähligen, nichtssagenden Icons für Beschäftigungstherapie.
- Dann arbeitest du diese Icons auf der schlecht designten, aber gut anzusehenden Open World einfach ab.
Das beschreibt nicht nur das Gameplay von Assassin's Creed, Horizon, Far Cry und Watch Dogs, sondern eben alle sehr schlecht gemachten Open-World-Spiele, die aber leider so erfolgreich waren, dass daraus eine Art eigenes Subgenre entstanden ist, auch wenn es bei Weitem kein eigenes Subgenre ist.
| Es gibt sie, die guten Spiele mit Ubisoft-Open-World |
Der Verlust der eigenen Identität
Angefangen mit Assassin's Creed im Jahre 2007 fing auch der Abstieg von Ubisoft an. Denn ab dem Erfolg von Assassin's Creed, das ursprünglich ein Spin-off zu Prince of Persia hätte werden sollen, war diese Formel so beliebt bei Spielern, dass man jedes andere Spiel bei Ubisoft dieser Formel unterstellte. Die ersten Far-Cry-Teile hatten noch eine eigene Identität, bis Ubisoft sich diese Marke von Crytek unter den Nagel gerissen hat.Und seitdem Assassin's Creed mit der Ubisoft-Formel so erfolgreich wurde, wurde auch die Identität der Far-Cry-IP einfach herausgeschnitten. Daraus wurde quasi ein Assassin's Creed mit Schusswaffen in Ego-Sicht. Ein Watch Dogs, das ursprünglich sehr viel Potenzial hatte, wurde statt zu einer Art GTA mit Hacking zu einem Assassin's Creed mit Schusswaffen in Third-Person-Sicht in einer Großstadt mit ein bisschen Hacking.
Damit fuhr der französische Videospielentwickler und Publisher eine sehr lange Zeit sehr gut, weil die Aktien immer weiter stiegen. Aber irgendwann ist auch dem letzten Spieler in der hintersten Ecke des Verstandes aufgefallen, dass sich alles irgendwie ziemlich gleich spielt und dass das irgendwann einfach langweilig ist.
Spätestens mit Assassin's Creed Valhalla, einem mehrere hundert Stunden dauernden Epos von einem Rollenspiel, wurde einem klar, dass diese Ubisoft-Formel nicht funktioniert, wenn sie auf mehrere hundert Stunden gestreckt wird.
Mir selber war diese Ubisoft-Formel schon nach Far Cry 3 oder Assassin's Creed Brotherhood zu langweilig und ich habe mich von den meisten Spielen des Entwicklers distanziert, weil ich kein Interesse an dieser Langeweile hatte. Doch waren die damit so erfolgreich, dass man, selbst wenn man die Ubisoft-Spiele gar nicht spielte, nicht von dieser Art von Spielen verschont bleiben konnte. Siehe zum Beispiel die Horizon-Reihe, die das gleiche grundlegende Spielprinzip hat, oder die letzten beiden Batman-Arkham-Spiele, Arkham City und Arkham Knight, wo man auch nichts anderes als Beschäftigungstherapie in einer Open World macht.
Mir selber war diese Ubisoft-Formel schon nach Far Cry 3 oder Assassin's Creed Brotherhood zu langweilig und ich habe mich von den meisten Spielen des Entwicklers distanziert, weil ich kein Interesse an dieser Langeweile hatte. Doch waren die damit so erfolgreich, dass man, selbst wenn man die Ubisoft-Spiele gar nicht spielte, nicht von dieser Art von Spielen verschont bleiben konnte. Siehe zum Beispiel die Horizon-Reihe, die das gleiche grundlegende Spielprinzip hat, oder die letzten beiden Batman-Arkham-Spiele, Arkham City und Arkham Knight, wo man auch nichts anderes als Beschäftigungstherapie in einer Open World macht.
| 5 der hier gezeigten Spiele sind Ubisoft-Open-World-Games |
Wo ist das "gute" Ubisoft geblieben?
Aber es gab halt auch das „gute“ Ubisoft. Das, welches die guten Prince-of-Persia-Spiele veröffentlicht hat. Das, welches Beyond Good & Evil veröffentlicht hat, oder welches noch Rayman-Spiele veröffentlicht hat. Aber das wird immer, immer weniger.Das letzte Konsolen-Rayman-Spiel war Rayman Legends von 2013, und seitdem haben sie mit der IP halt nichts mehr gemacht, außer den Raving-Rabbids-Spielen oder halt diesem Mario + Rabbids-Spin-off, wo es dann einen kleinen DLC mit Rayman gab, ehe man ein Remake zu Legends ankündigte, einem Spiel mit zeitloser Optik, das kein Remake braucht.
Von Beyond Good & Evil 2 haben wir auch schon seit Jahren nichts mehr erfahren, außer irgendwelchen Insider-Berichten, wo es sehr häufig heißt, dass das Spiel in einer Entwicklungshölle steckt, dass das Spiel jederzeit gecancelt wird. Ach nee, das Spiel wird doch nicht gecancelt. Ja, und dann veröffentlicht Ubisoft halt nur so etwas wie ein Skull and Bones, das vor Mittelmäßigkeit geradezu trieft.
Kommentare