WARFRAME vs. GACHA: Warum faire Monetarisierung immer gewinnt!

In den letzten Monaten habe ich hunderte Stunden Umamusume: Pretty Derby gespielt und nicht einen Cent ausgegeben. In Warframe aber umso mehr, obwohl ich es kaum noch anfasse. Und das liegt unter anderem daran, wie die Spiele das Geld „verlangen“, was mit dem Geld passiert, das ich ausgebe, und was ich im Gegenzug dafür bekomme. Lasst uns also mal schauen, wie unterschiedliche Monetarisierungsoptionen in Videospielen unterschiedlich erfolgreich sind, zumindest bei mir.

Das passende Video zu diesem Artikel findet ihr wie immer auf meinem YouTube-Kanal:

Free-To-Play: Mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht

Warframe und Umamusume: Pretty Derby sind Free-to-Play Spiele. Man kann sie völlig kostenlos spielen, sie werden regelmäßig geupdated und erfreuen sich großer Beliebtheit. Der große Unterschied, neben ALLEM im Gameplay, der Story, dem Szenario usw., ist die Monetarisierung.
Ein Warframe bietet, so wie Umamusume, eine Premiumwährung an, mit der man sich Dinge im Spiel kaufen kann. In Warframe kann es so gut wie alles sein:

  • Warframes
  • Waffen
  • Ressourcen
  • Mods
  • Begleiter
  • Kosmetisches

In Umamusume kann man sich mit der Premiumwährung nur 2 Dinge kaufen:

  • Umamusume, also die Figuren, die wir trainieren
  • Support-Karten für Stat-Boni, Skills und dergleichen

Aber genau hier haben wir den ersten großen Unterschied. In Warframe kann ich genau bestimmen, was ich mir für mein erkauftes oder erhandeltes Platin kaufe: einen bestimmten Warframe, eine bestimmte Waffe oder einen Skin.
In Umamusume kann ich nicht entscheiden, was ich mit der Premiumwährung „Carats“ bekomme, denn Umamusume präsentiert sich als Gegenentwurf zur gedanklichen Vorstellung, das Glücksspiel kacke ist. Ich kann sowohl die Support-Karten, die spielentscheidend sind, als auch die Umamusume nur in einem Gacha-System erwerben.

Wirklich NICHTS davon wollte ich

Glücksspiel im Videospiel-Format

Gacha sind Lootboxen, das heißt, ich kaufe von meinen Carats nicht das, was ich möchte, sondern nur die Chance, das, was ich möchte, auch zu bekommen. Klar, wenn ich 200 Ziehungen in einem einzigen Banner über mich ergehen lasse, kann ich mir aussuchen, was ich bekomme, aber diese Menge an Ziehungen erfordert 30.000 Carats, das wären mehr als 5-mal das teuerste Paket für insgesamt 350 € … Aber man kann dieses Paket ja nur 3 Mal kaufen, also muss man dann zu kleineren Paketen zurückgreifen, mit deutlich schlechterem Carats-pro-Euro-Wert.

Die Drop-Chancen in Umamusume sind ein Fiebertraum
Natürlich kann man sich die Carats auch erspielen, aber das ist ein unfassbarer Grind, der im schlimmsten Fall länger dauert, als das gewünschte Banner überhaupt im Spiel ist. Diese Banner erhöhen nämlich die Chance auf Erhalt der jeweiligen Umamusume oder Support-Karten, die auf dem Banner abgebildet sind. Und wenn das Banner weg ist, wird auch dein Ziehungs-Zähler, den wir im schlimmsten Fall auf 200 bringen müssen, wieder auf 0 gesetzt. Danach hat man mit jeder Ziehung nur eine Chance zwischen 0,02 % und 1 % die gewünschte Umamusume oder Support-Karte zu bekommen.

Merkt ihr den Unterschied? In Warframe darf ich doch tatsächlich selbst entscheiden, was ich mir mit meinem Geld kaufe, in Umamusume aber nicht. Daher ist es auch logisch, dass viele Spieler kein Geld ins Spiel stecken, um sich etwas Spezifisches zu kaufen (was sowieso eine schlechte Investition in Umamusume ist, denn die Meta ändert sich so häufig, dass nur ein winziger Teil der Support-Karten längere Zeit in der „Meta“ verwendet wird, speziell für PVP-Spieler), sondern um das Spiel zu unterstützen, und das ist auch genau der Grund, warum ich in Warframe Geld ausgegeben habe, aber nicht in Umamusume.

Wenn der Entwickler mein Geld nicht wert ist

Warframe ist großartig, bietet Unmengen an Content, eine wunderbar faire Monetarisierung, in der ich die Premium-Währung sogar mit anderen Spielern erhandeln kann, und so viele großartige neue Updates mit völlig neuen Spielmechaniken wie Open-Worlds, Raumschlachten, Housing, Fishing und vieles, vieles mehr. Hier sehe ich an jeder Stelle, wo das Geld der Entwickler hinfließt, und ich will, dass Warframe weiter besteht, also zahle ich gerne Geld.

Diese Preise sind absurd dafür, dass ich im schlimmsten Fall NICHTS bekomme
Bei Umamusume habe ich dieses Gefühl aber nicht, obwohl das gesamte Franchise seit Monaten gefühlt meine komplette Persönlichkeit übernommen hat mit Plushies, Cosplay, Serien und Mangas. Denn zu keinem Zeitpunkt habe ich hier das Gefühl, dass das Spiel selbst mein Geld wert ist.
Offensichtlich respektiert der Entwickler Cygames weder das Geld, das ich einzahlen kann (weil ich sonst entscheiden dürfte, was ich mir kaufen kann), noch die Zeit, die ich in das Spiel investiere (sonst wäre das Erwerben der Premium-Währung nicht so grindlastig). Warum sollte ich das Spiel also unterstützen?

Fazit

Ganz ehrlich? Würde Warframe abgeschaltet werden, wäre ich am Boden zerstört. Wenn Umamusume abgeschaltet würde, hätte ich vielleicht den besten Tag meiner Woche und die Hoffnung auf ein gutes Umamusume-Game, ohne Glücksspiel, mit mehr Respekt gegenüber den Spielern, ihrer Zeit und ihrem Geld.

Warframe schafft es, sich alleine durch seine Qualität, den Respekt gegenüber den Spielern und den Spielspaß Spieler zum Geldausgeben zu bewegen und ein Gegenentwurf für alle schlecht monetarisierten Free-to-Play-Spiele zu sein, während Umamusume haargenau zeigt, warum ein Warframe endlich zum verpflichtenden Standard für Free-to-Play-Spiele werden sollte.

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